Ganz frisch in Österreich und schon bei uns im Testfuhrpark – der BYD Atto 3.

Vor kurzem startete in Österreich der Vertrieb der Marke BYD. Die Buchstabenkombination steht für “Build your Dreams” und gehört zwar zu den Neulingen in Europa, ist aber im Herkunftsland China schon eine große Nummer.

Das Volumenmodell in der stetig wachsenden Modellpalette ist derzeit noch das kompakte SUV Atto 3. Für den Atto 3 entwickelte BYD eine eigene Plattform, das Design entwarf der ehemalige Audi-Designer Wolfgang Egger. Die Formensprache des fast viereinhalb Meter langen Atto 3 verzichtet weitgehend auf überflüssiges Bling-Bling, ist erfrischend geradlinig, kurzum ziemlich europäisch geraten und fügt sich dadurch harmonisch ins österreichische Straßenbild ein.


Kurzer Ausflug zur Marke BYD

Das 1995 gegründete Unternehmen startete ursprünglich mit der Entwicklung und Produktion von Lithiumionen-Akkus, welche weltweit in Mobiltelefonen eingesetzt wurden. Dieses Knowhow nutzt BYD nun um die eigene Fahrzeugpalette zu elektrisieren. Bereits 2008 rollte der weltweit erste in Großserie hergestellte BYD Plug-in-Hybrid auf die Straßen der Volksrepublik. Daneben stellte BYD aber auch noch konventionell angetriebene Fahrzeuge her – die sind aber mittlerweile Geschichte. Mehr als 3,3 Millionen E-Mobile (vom Gabelstapler bis zum Linienbus) wurden bereits weltweit verkauft und BYD ist seit kurzem in China sogar Marktführer.


„Als einziger Hersteller weltweit entwickelt BYD die komplette elektronische und elektrische Architektur, einschließlich Batterie, Halbleiter und Motorsteuerungssysteme selbst.“

Mike Bellinfante, BYD-Europe PR-Chef

Europa wird jetzt mit voller Power angegangen.

Insgesamt handelt es sich beim Atto 3 um ein fesches SUV – vor allem, wenn man wie beim Testwagen dieses kräftige Rot-Metallic gewählt hat. Macht durchaus Laune, dieses Auto zu betrachten. Klar, wer Emotionen will, ist mit dem brav designten BYD Atto 3 nicht unbedingt an der richtigen Stelle – etwas emotionaler wird´s allerdings, wenn man dann einsteigt.

Beim Interieur durften sich die BYD Designer ein klein wenig austoben, ohne allerdings zu übertreiben. Erster Blickfang ist der im Testwagen 15,6 Zoll große Touchscreen, der sich je nach Lust und Laune entweder horizontal oder vertikal drehen lässt – nicht das einzige witzige Gimmick im Atto 3. Die Türöffner über den Hochtönern sowie die Lüftungsdüsen wirken futuristisch, lassen sich aber einwandfrei bedienen und wer in den Türen etwas verstauen will, der kann das hinter drei Gitarrensaiten tun, mit denen sich – wir haben es ausprobiert – sogar “Smoke on the Water” intonieren lässt. Der Sound wird dabei über die Lautsprecher noch verstärkt.

Sehr schön sind übrigens auch die Materialien im Innenraum – allesamt hochwertig und bestens verarbeitet. Auch die Sitze passen perfekt und sehen dank Kunstlederbezug auch edel aus. Insgesamt umfängt einem eine ordentliche Wohlfühl-Atmosphäre im Atto 3. Die Bedienung ist weitgehend rätselfrei, sieht man davon ab, dass der BYD (derzeit) nur Englisch spricht. Auch die Grafik sowie das Menü am Touchscreen sowie am kleinen Kombiinstrument hinterm Lenkrad sind ansprechend. Wichtige Funktionen hat BYD auf normale Tasten rund um den stylischen Fahrtrichtungshebel ausgelagert.

In Fahrt zeigt sich der Atto 3 angenehm und leise. Das Fahrwerk ist eher komfortabel abgestimmt, es schluckt Bodenunebenheiten ohne Probleme. Dass manche Assistenzsysteme, wie Spurhalter oder Kollisionswarnung, teilweise etwas nervös und voreilig reagieren, kennen wir schon von vielen anderen Testautos. Hier ist es nicht anders.

Der Motor im BYD Atto 3 leistet die üblichen 204 PS, er beschleunigt das Auto in 7,3 Sekunden auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit ist bei 160 km/h abgeregelt. Als Reichweite gibt BYD einen WLTP Wert von 420 Kilometer (565 km innerstädtisch) an, das konnten wir im Test auch nachvollziehen. Am Testende zeigte der Bordcomputer einen Durchschnittsverbrauch von überaus ordentlichen 16,5 kWh an. Die 60,48 kWh fassende Batterie lässt sich je nach Ladesäule in einer halben Stunde von 30 auf 80 Prozent am Schnelllader aufladen.

Der BYD Atto 3 ist bereits in der Basisversion sehr komplett ausgestattet und kostet mindestens 42.600 Euro.

Daten Fakten BYD Atto 3
Antrieb: E-Motor, FWD
Leistung: 204 PS
Drehmoment: 310 Nm
Vmax: 160 km/h
0 auf 100 km/h: 7,3 Sek.
Test-Durchschnittsverbrauch: 16,5 kWh
Preis: ab 42.600 Euro

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