Citroën hat dem C4 ein X verpasst und aus dem Hatchback eine traditionelle Stufenheck-Limousine mit Kofferraumdeckel gemacht.

Dies verleiht dem Franzosen nicht nur mehr Stauraum im Heck, sondern auch eine deutlich elegantere Linienführung.

Es stellt sich allerdings die Frage: Wer will bitte heutzutage noch eine Stufenheck-Limousine? Nun, einerseits gibt auch noch Länder außerhalb Mitteleuropas, wo diese Karosserieform nach wie vor populär ist. Und überhaupt – wer den Citroën ë-C4 X einmal genossen hat, wird den Griff zum SUV möglicherweise überdenken.

In Österreich gibt es den Citroën ë-C4 X nur mit Elektroantrieb – wir sind damit gefahren.

Mit 4,60 Meter in der Länge reiht sich der ë-C4 X unterhalb des 4,80 Meter langen Mittelklassemodells C5 X ein. Breite, Höhe und Radstand (2,67 Meter) sind mit dem normalen Citroën C4 ident. Damit ist klar, dass die Karosserie bei beiden Modellen bis zur B-Säule vollkommen identisch ausfällt. Danach kommt beim X noch ein um 120 Liter gewachsener Kofferraum (510 Liter Volumen). Wenn man die Rücksitzlehne umlegt werden sogar maximal 1360 Liter nutzbar. Kleiner Nachteil: Die große, hoch aufschwingende Heckklappe des C4 gibt´s hier nicht, durch die konventionelle kleine Ladeluke wird das Beladen mit sperrigerem Ladegut ein wenig schwieriger bis teilweise sogar unmöglich.

Auch in Cockpit und Innenraum sind die Ähnlichkeiten mit dem Citroën normalen C4 augenfällig.

Die Oberflächen und Materialien fallen schnörkellos aus, sind aber dennoch ansprechend gestaltet. Über zahlreiche haptische Tasten und Schalter werden zahlreiche Funktionen intuitiv und rätselfrei bedient. Serienmäßig ist das digitale 5,5-Zoll-Kombiinstrument hinterm Multifunktionslenkrad sowie in der getesteten Shine-Version ein Infotainment-System mit 10-Zoll-Touchscreen, dessen Funktionalität nach kurzer Eingewöhnung relativ flink von der Hand geht.

Sehr gut: Apple CarPlay und Android Auto funktionieren kabellos und das dementsprechende Smartphone lädt induktiv in der Mittelkonsole oder über einen der vier USB-Anschlüsse. Das Head-Up-Display wird auf eine ausfahrbare Plastikscheibe gespiegelt – angesichts des übersichtlichen Kombiinstruments hinterm Lenkrad bräuchten wir es aber eigentlich gar nicht.

Auch in diesem Citroën genießt man mehrlagig gepolsterte Sitze. Diese Lounge-artigen Sessel sind nicht nur weich und bequem sondern auch für die Langstrecke bestens geeignet, wer möchte temperiert sie mittels Sitzheizung und lässt sich den Rücken sanft durchmassieren. Für die schnelle Kurvenfahrt bieten sie allerdings zu wenig Seitenhalt. Was aber eigentlich wieder egal ist, denn die forcierte Querdynamik war definitiv nicht das vorrangiges Entwicklungsziel der ë-C4 X Techniker.

Der Fokus lag eher auf Komfort und Ausgewogenheit. So wie die „Advanced Comfort“-Sitze sorgt auch das gleichnamige Fahrwerk, welches mit hydraulischen Anschlägen der Stoßdämpfer arbeitet, für Wohlbefinden. Damit gleitet der ë-C4 X smooth über Bodenwellen und bügelt jegliche Straßenschäden souverän glatt. Auch die ausgezeichnete Geräuschdämmung und vor allem der leise Elektroantrieb trägt zur gemütlichen und entspannten Atmosphäre bei.

Der Citroën ë-C4 X steht noch auf der e-CMP-Plattform, womit er auch noch mit der bekannten Kombination aus 100 kW (136 PS) starkem E-Motor und 50-kWh-Batterie, wie sie auch in Opel Mokka-e, Peugeot e-208 oder eben Citroën ë-C4 ausgestattet ist. Die Betonung liegt auf “noch” – demnächst kommt ein Relaunch mit mehr Leistung (156 PS) und höherer Akku-Kapazität.

Das getestete Setup reicht im Idealfall für bis zu 360 Kilometer Reichweite, bei einem Normverbrauch von 15,0 kWh (WLTP). In unserer Testphase kamen wir diesem Wert im gemischten Betrieb sehr nahe, der Bordcomputer zeigte am Ende einen Durchschnittswert von 16,6 kWh.

Klarerweise reißt der 1659 Kilogramm schwere Crossover mit seinen 136 PS keine Bäume aus. Via Kippschalter lässt sich die Leistung bei Bedarf über drei Fahrmodi variieren. Die Maximalleistung von 100 kW steht nur im Sportmodus bereit, 80 kW sorgen im Normalmodus für Vortrieb und im sparsamen Ecomodus leistet der Elektromotor noch 60 kW. Im Testbetrieb waren wir hauptsächlich im Normalmodus unterwegs. Angesichts der sanften Wesensart des Citroën ë-C4 X reicht die gebotene Leistung fast immer aus.

Ebenfalls völlig ausreichend fanden wir die Ladeleistung von 100 kW, mit der der Akku am Schnelllader nach einer halben Stunde zu 80 Prozent gefüllt werden kann. Auch hier gilt: Was helfen hohe Ladeleistungen, wenn man in der Regel sowieso weit niedrigere kWh-Leistungen aus den Schnellladern erhält. An der 3-phasigen 11-kW-Wallbox zuhause dauert die komplette Ladung jedenfalls keine fünf Stunden – da reicht eine Nacht in der Garage locker.

Der Citroën ë-C4 X kostet in der getesteten, sehr gut ausgestatteten “Shine Pack”-Version 46.190 Euro, das Basismodell kommt auf 36.390 Euro.

Daten Fakten Citroën ë-C4 X Shine Pack
Antrieb: E-Synchronmotor
Leistung: 100 kW / 136 PS
Drehmoment: 260 Nm
Vmax: 150 km/h
0 auf 100 km/h: 9,5 Sek.
Testverbrauch 16,6 kWh/100 km
Preis: ab EUR 46.190,-

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