Noch ist vielleicht der Bedarf an elektrisch betriebenen Nutzfahrzeugen gering. Doch das kann sich schnell ändern, wenn zukünftig die Pläne für Umweltzonen in diversen Städten wirklich umgesetzt werden. Dann wird auch die Nachfrage nach lokal emissionsfreien Fahrzeugen rasant steigen. Toyota stellt sich jedenfalls auf diesen Markt ein und präsentierte jetzt den Proace Electric.

Der Toyota Proace Electric ist ein weiteres Ergebnis der Zusammenarbeit mit dem Stellantis-Konzern, er teilt sich die Technik mit den baugleichen Peugeot e-Expert, Citroën e-Jumper und Opel Zafira-e.

Lediglich die veränderte Frontpartie weist den Toyota als Modell der Japaner aus. Auch der Proace Electric kommt mit zwei Batteriegrößen auf den Markt und erreicht mit dem größeren Energiespeicher (75 kWh) eine Reichweite von 330 Kilometern nach WLTP. Der kleinere Akku (50 kWh) soll maximal 230 Kilometer weit kommen. Dies sollte in der Regel für einen normalen Arbeitsalltag ausreichen. Wer mehr Reichweite braucht, muss halt zwischendurch nachladen.

Alle Modellvarianten des Proace Electric verfügen über ein Ein-Phasen-Ladegerät mit 7,4 kW Leistung für das Aufladen an Haushaltssteckdosen. Gegen Aufpreis ist Schnellladen möglich, sodass die größere Batterie im Idealfall in 48 Minuten zu 80 Prozent befüllt werden kann. Für den Akku gibt Toyota übrigens eine Garantie von acht Jahren oder 160.000 Kilometer.

Der von uns gefahrene Toyota Proace Verso wirkt zwar wie ein Familientransporter, ist aber eher für Shuttledienste ausgelegt – er kann bis zu neun Insassen befördern.

Der Toyota kann über drei Fahrprogramme nach Bedarf feingetuned werden. In der Stellung Eco stehen nur 82 PS zur Verfügung, die sicher eher zurückhaltend gebärden. Dennoch, innerstädtisch reicht die Leistung vollkommen aus. „Normal“ bedeutet 109 PS und ein Drehmoment von 210 Newtonmetern und wenn man mal etwas schneller zum Kunden will oder mehr Ladung im Fahrzeug hat, hilft der Sport-Modus. Dann stehen die im Stellantis-Konzern üblichen 136 PS zur Gänze bereit und auch das Drehmoment (260 Newtonmeter) sorgt für deutlich agileren Durchzug. Was allerdings klar ist, ist die damit verbundene Reichweitenschmälerung. Schon beim Wechsel von Eco auf Sport verliert man auf einen Schlag mehr als 30 Kilometer. In unserem Kurztest der 75 kWh Batterie erzielten wir eine Reichweite von rund 230 Kilometer im gemischten Betrieb.

Trotz seiner Abmessungen lässt sich der Toyota Proace relativ handlich bewegen. Man thront über den restlichen Verkehrsteilnehmern vor einer übersichtlichen Instrumentensammlung, die uns vor keinerlei Bedienungsrätsel stellt. Die Verarbeitung und Qualitätsanmutung ist “Toyota-like” – also tadellos und robust. Die Sitze sind sehr bequem – sie würden auch mehr Kilometer vertragen, als die Reichweite schlussendlich zulässt.

Während der Fahrt wird man von diversen Assistenzsystemen unterstützt. Dazu gehört serienmäßig unter anderem auch eine Kollisionserkennung. Optional gibt’s auch eine Verkehrszeichenerkennung, Spurhalte- und Fernlichtautomatik, sowie Parksensoren vorne und hinten.

Preislich hat sich Toyota beim Proace Verso Electric noch nicht festgelegt. Auch der Marktstart in Österreich ist noch offen.

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