„Einundzwanzig, zweiundzwanziiiiig, Hundert….“, presst der Beifahrer aus zusammengekniffenen Lippen hervor. Sein bleiches Gesicht spiegelt eine seltsame Mischung aus Angst und purer Euphorie wider, während er versucht, seinen Hinterkopf wieder von der Kopfstütze zu lösen. So geht Plaid – purer Unsinn aber mega-geil!

Für Leute die gerne herzeigen wollen, was sie fahren wird´s im Tesla Model S Plaid eher eng.

Was helfen 1020 PS und ein Mörderdrehmoment ab Null, wenn’s keiner bemerkt? Keine sichtbaren Indizien und vor allem kein Auspuffröhren bezeugen einem den Griff zum schnellsten und teuersten Modell im Tesla Portfolio. Das Tesla Model S Plaid ist einfach eine extrem elegante Limousine mit ausprägt guter Aerodynamik. Ein echter Hingucker zeigt sich dagegen innen – das Joke-Lenkrad im Jet-Style. Ob man es wirklich nimmt oder gegen ein herkömmliches tauscht sei jedem überlassen. Als Alleinstellungsmerkmal funktioniert das Ding jedenfalls besser als dann beim Fahren – Stichwort: Plaid-Fahrer erkennt man daran, dass sie beim Verlassen eines Kreisverkehrs nie oder in die falsche Richtung blinken, weil die Betätigung des Blinkers über zwei Softtouch-Tasten am Lenkrad schlicht unmöglich ist.

Ansonsten ist der Innenraum im Tesla Model S Plaid der reinste Luxus. Weiße Ledersitze – beheizt und gekühlt, 960 Watt aus der HiEnd Anlage und Carbonintarsien.

Ein neues Display hinterm Lenkrad und der jetzt quer eingebaute auf Wunsch elektrisch schwenkbare Monitor in der Mitte, ein paar Tasten am Joke-Lenkrad sowie ein Mini-Display für die Hintensitzenden sind die einzigen Bedienelemente im perfekt verarbeiteten Innenraum. Keine Lenkstockhebel mehr – die Fahrtrichtung wird mittels Fingerwischer am Monitorrand exekutiert – nette Spielerei. Ansonsten gute Bedienbarkeit a la Tesla, wie gewohnt.

„Auch wenn’s kindisch klingt – ein bissl mehr optische Brutalität hätte sich der Plaid schon verdient – muss ja kein Flügel hinten drauf sein…“ 

#eslebedasauto

Und wie fährt sich das immerhin bis zu 322 km/h schnelle Tesla Model S Plaid im Alltag? Unaufgeregt, leise und sehr komfortabel, immer mit dieser unterschwelligen Kraft im Hintergrund, die aus diesem Auto bei Bedarf in 2,1 Sekunden einen 100 km/h schnellen fliegenden Teppich macht. Obendrein ist das Tesla Model S Plaid überraschend effizient. Wer nicht dauernd den Plaid raushängen lässt, der schafft sozialverträgliche Verbrauchswerte von um die 20 kWh pro hundert Kilometer und somit dementsprechend tolle Reichweiten (600 km WLT Reichweite). Dies liegt auch an der oben erwähnten feinen Aerodynamik (cW Wert 0,208). Auch das Laden am Supercharger geht pfeilschnell – 250 kW Spitze sind schon ziemlich mächtig und werden auch im der Realität erreicht.

Fazit

Ab 138.990 Euro steht das Tesla Model S Plaid auf der Preisliste. Auf den ersten (und auch zweiten) Blick eine Mörderkohle – dennoch muss man sagen, dass die Amerikaner in diesem Fall ein tolles Preis-Leistungsverhältnis bieten. Wo bekommt man 1020 PS und dementsprechendes Raketenfeeling sowie aufgefeilte Technik um diese Summe? Richtig – nirgends. Es wird sicher jede Menge Abnehmer für dieses Auto geben – deren größte Angst wohl die Einführung einer leistungsbezogenen Kfz-Steuer für Elektroautos sein wird.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

You May Also Like

Hallo Dienstmann!

Angesichts des guten Preis-Leistungs-Verhältnis und der gebotenen Qualitäten des BYD Dolphin wundert uns die Entscheidung der österreichischen Beschaffungsagentur nicht.

Peugeots Rezept gegen Stau

Wir haben uns mit dem Tweet 200 und dem Pulsion 125 zwei Scooter aus dem Peugeot Motorroller Programm für einen Test organisiert.

Antuscher

Beim Ford Transit Custom Trail haben wir es mit massivem “Overstatement” zu tun. Er macht auf Offroad, kann aber eigentlich nur Onroad.

Spieglein, Spieglein an der Wand…

Ein Auto ist dann etwas Besonderes, wenn man die Haustüre aufmacht und es stehen wildfremde Leute rundherum und machen Fotos davon. So geschehen beim DS 4.