Die Schuhe von Tods, die Handtasche von Louis Vuitton und das Auto von Fiat.

Die Italiener haben mit dem Cinquecento voll ins Herz der stilbewussten Autofahrerinnen getroffen. Und die Elektroversion 500e setzt dem Ganzen mit zusätzlicher Niedlichkeit und tollen stylischen Farben noch die Krone auf.

Also alles nur eitler Tand? Keineswegs! Auch technisch ist der Fiat 500e voll auf der Höhe. Der kleine Elektroflitzer steht auf einer komplett neuen Fahrzeugplattform, hat also mit dem verbrennenden Cinquecento nicht mehr viel gemeinsam.

Auch innen ist der Fiat 500e völlig eigenständig. Er bietet mehr Raum auf allen Plätzen und im Kofferraum. Auch hat die Möblierung des Innenraums mit besserer Verarbeitung und angenehmeren Materialien deutlich an Qualität gewonnen.

Die Instrumentierung ist völlig digital – zwei Screens und für die wichtigsten Funktionen normale Schalter geben keine Rätsel auf. Geschaltet wird ebenfalls mit Tastendruck. Sehr cool für Freaks: Der elektrische Knopf für die Türentriegelung ist der gleiche, wie im Maserati MC20.

Unter der runden Fronthaube sitzt ein 118 PS starker Elektromotor, dieser wird von einer 42 kWh fassenden Lithium-Ionen Batterie gespeist. Diese sitzt im Wagenboden und sorgt, wie bei den meisten E-Autos für einen niedrigen Schwerpunkt. Mit einem Leergewicht von lediglich 1290 Kilogramm reicht die Leistung voll aus – das von Null weg abrufbare Drehmoment von 220 Newtonmeter passt ebenso.

Die Verbrauch des Fiat 500e liegt bei realistischen 17,5 kWh auf hundert Kilometern – das ergibt eine brauchbare Reichweite von rund 250 Kilometern – solange man den Wagen in seinem ihm angestammten Revier bewegt – der Stadt. Mit einer Ladeleistung von bis zu 85 kWh lässt sich der Akku auch relativ schnell wieder hochladen.

Drei verschiedene Fahrmodi stehen zur Verfügung. Normal, Range und Sherpa wirken sich auf das Temperament und generell auf Faktoren, wie Klimatisierung oder Rekuperation aus. Mit “Sherpa” schafft man die meisten Kilometer – hier ist die Rekuperation am stärksten, One-Pedal-Driving kein Problem. Auf die Klimaautomatik wird dann verzichtet. Hat man es nicht eilig (Vmax nur 80 km/h) und passt auch das Wetter, dann fährt man damit ganz ordentlich. Hat man es eilig, schaltet man besser auf “Normal”, dann segelt der 500er bis zu 150 km/h schnell und auch die Klimatisierung läuft ohne Einschränkung.

Generell ist das Auto auf Stadtbetrieb ausgelegt – es liegt zwar auch in Kurven dank des niedrigen Schwerpunkts ganz ordentlich, nur passt dann irgendwie die ultraleichte Lenkung nicht mehr so gut ins Konzept – diese brilliert natürlich beim Innenstadtgewusel und bei kniffeligen Einparkmanövern. Ist halt ein Stadtauto.

Für den 500e verlangt Fiat mindestens 25.390 Euro, der getestete “Icon”-Testwagen kommt auf EUR 30.390,-. Nicht billig, aber wenn er doch farblich so toll zur lachsfarbenen iPhone-Hülle passt, dann sieht man über den Preis doch gleich hinweg. Aber im Ernst – gute Elektroautos sind generell nicht billig. Und der Fiat Cinquecento E gehört zweifellos zu den talentierteren. Und auch zu den fescheren. Punkt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

You May Also Like

Noblesse oblige

Wer ein wirklich exklusives und feines Auto will, sollte sich den DS 7 Crossback E-Tense Louvre einmal näher ansehen.

Leisetreter

Der Kia Sorento 2.2 CRDi AWD präsentiert sich als super-komfortabler Kilometerfresser für die ganze Familie.

Wie macht die Katze? Brüll!

In puncto Fahrverhalten steht der Ford Puma ST in seiner Klasse so ziemlich alleine da. Ein derart lebendiges Auto in einer eigentlich unsportlichen Fahrzeugklasse anzubieten, ist Ford hoch anzurechnen.

Big Mac mit Diät-Mayonnaise

Ford ist immer für eine Überraschung gut – wir haben den riesigen Ford Explorer getestet.