Der Opel Astra hat bereits über 30 Jahre auf dem Buckel und wurde im Laufe der Modellzyklen erheblich verändert. Während andere Fahrzeuge wie “Crossover” in Mode kamen, bleibt der Astra eine sichere Wahl für Liebhaber klassischer Kompaktautos. Opel bietet zwar auch SUVs an, aber der Astra verleiht inmitten des rasanten Wandels der Automobilwelt eine gewisse Kontinuität. Neben dem kompakten Fünftürer gibt es auch wieder den Astra L als Kombiversion namens Sports Tourer.

Der Astra Sports Tourer bietet eine breite Palette von Antrieben an. Der Preis beginnt bei 26.610 Euro für Benzinmodelle, bei 32.160 Euro für Diesel und bei 39.750 Euro für den Plug-in-Hybrid. Die kombinierten WLTP-Verbräuche der Ottovarianten liegen knapp unter sechs Litern, während der Diesel im Schnitt nur etwa viereinhalb Liter auf 100 Kilometern verbrauchen soll. Unser Testwagen war ein Benziner mit 130PS. Der Dreizylinder wirkt eher gemächlich in seiner Leistung. Trotzdem konnten wir uns nicht vollständig mit dem handgeschalteten 1,2-Liter-Turbo anfreunden, auch wenn die Leistungswerte von 130 PS und 230 Newtonmetern eigentlich in Ordnung sind. Die Beschleunigung von 60 auf 100 km/h in 7,4 Sekunden ist auch akzeptabel. Jedoch empfinden wir subjektiv, dass der Dreizylinder etwas träge wirkt, dreht laut, aber unten rum fehlt das Volumen, um es musikalisch auszudrücken.

Der Astra erhielt kürzlich das überarbeitete Opel-Gesicht mit dem auffälligen “Vizor”. Der schwarze Kühlergrill bildet eine nahtlose Einheit mit den leicht getönten Scheinwerfern, die markante LED-Tagfahrleuchten enthalten. Die LED-Schlussleuchten mit ihrer L-förmigen Formgebung sind ebenfalls auffällig.

Dank einer Batteriekapazität von etwa zwölf kWh schafft der Plug-in-Hybrid im Durchschnitt 60 Kilometer rein elektrische Fahrt und bis zu 72 Kilometer im reinen Stadtverkehr, ohne den Verbrennungsmotor zu nutzen. Potenzielle Käufer sollten dennoch überlegen, ob der Plug-in-Hybrid für ihre täglichen Bedürfnisse geeignet ist. Wer regelmäßig laden kann und kurze Strecken zurücklegt, könnte damit gut bedient sein. Wir hatten den Benziner im Test und mussten somit nicht laden und kamen im Test auf unter 5,5 Liter Verbrauch, das ist amtlich.

Die Leistung des Plug-in-Hybrids reicht von 133 kW/180 PS bis 165 kW/225 PS, während die Ottovarianten mit 81 kW/110 PS bzw. 96 kW/130 PS (bei Diesel auch 130 PS) eher zurückhaltend sind. Unser Benziner hört sich sportlich an, der Durchzug ist für die PS Leistung von 130 ganz amtlich, dennoch stört der Motorbetrieb nie wirklich. Die Schaltvorgänge der Automatik sind in der Regel nicht besonders schnell, aber sehr sanft.

Das schicke “Curved Display” zieht sofort die Blicke auf sich. Beim Einsteigen in den Kombi fällt sofort auf, dass die Designer eine Vorliebe für Schwarz haben. Wo früher das gewöhnliche Kombiinstrument war, präsentieren die Gestalter heute ihr beeindruckendes “Curved Display”. Sobald der Startknopf betätigt wird, verwandelt sich die große schwarze Scheibe, die sich bis zur Mittelkonsole erstreckt, in ein farbenfrohes Infotainment-System. Hier finden Fahrer alle nötigen – und auch unnötigen – Informationen.

Die Menüführung erfordert anfangs etwas Eingewöhnung, was jedoch bei der heutigen Vielzahl an Funktionen fast immer der Fall ist. Nach einigen Versuchen hat man zumindest die wichtigsten Funktionen wie Fahrerassistenz und Navigation im Griff. Praktisch: Unter dem Bildschirm befinden sich Direktwahltasten, und sogar die Heizung lässt sich noch über Knöpfe steuern. Natürlich besteht auch die Option, die Oberfläche des eigenen Smartphones über Apple CarPlay oder Android Auto in das Fahrzeug zu integrieren.

Das Astra Sports Tourer Fahrwerk hat seine Höhen und Tiefen. Es bietet anfangs auf Bodenwellen oft einen angenehmen, leicht schaukelnden Komfort, reagiert jedoch etwas ruppig auf kurze Unebenheiten wie Kanaldeckel oder Asphaltflicken. Es ist im Alltag nutzbar, aber die Federung allein ist kein überzeugendes Kaufargument.

Der Kofferraum bietet bis zu 1320 Liter Platz. Die Vordersitze lassen sich tief einstellen, was für opulente Kopffreiheit sorgt und selbst Personen mit einer Größe von 2,10 Metern nicht einschränkt. Bei ganz zurückgeschobenen Sitzen finden auch Personen von über zwei Metern bequem Platz.

Im Fond ist der Raum nicht so großzügig wie vorn, aber zwei Personen haben dort trotzdem genug Platz. Bei einer Voreinstellung des Vordersitzes für eine Person von 1,85 Metern reicht die Beinfreiheit ebenfalls für Insassen dieser Größe, und es gäbe noch mehr Kopffreiheit.
Es gibt viele Freuden jenseits der normalen Kapazität dank einer Fülle von High-Tech-Funktionen, darunter voll adaptierbare LED-Scheinwerfer, die jedoch je nach Ausstattungslinie variieren und nicht separat bestellt werden können. Zusätzlich sind Funktionen wie ein Head-up-Display, eine Rundumkamera und die Erkennung von Verkehrsschildern verfügbar.

Die Sitze im Astra Sports Tourer sind top und bieten sogar eine Massagefunktion! Es gibt eine breite Auswahl an Sitzoptionen, darunter ergonomische Sport-Aktiv-Sitze mit Nappa-Lederausstattung, allerdings gegen Aufpreis. Für diejenigen, die das komplexe Bediensystem nicht mögen, gibt es die Möglichkeit, das Auto per Sprachsteuerung zu bedienen, die mittlerweile auch freies Sprechen versteht.

Zusammenfassend: Man muss nicht viel Geld für einen größeren Mittelklasse-Kombi ausgeben, denn der Astra Sports Tourer, der eigentlich zur Kompaktklasse gehört, bietet ausreichend Platz für Familien und Gepäck. Vielleicht sollten sogar SUV-Interessenten ihn in Betracht ziehen! Der neue Astra Sports Tourer verdient definitiv Beachtung.


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