Als wir den MG 4 das erste Mal im Fuhrpark hatten, fiel das Auto auch dank seiner ausgeprägten Gesprächigkeit und Mitteilsamkeit auf. Jetzt, rund zwei Jahre später, gehört der MG 4 zu den schweigsamen Autos – was wir sehr erfrischend finden.

Gerade in Zeiten, wo man in an und für sich lautlos fahrenden Autos von einer Vielzahl nervender Sound-Kunststückeln bombardiert wird und die ersten Aktivitäten vor dem Wegfahren sich vor allem auf das Deaktivieren dieser Kakophonie beschränken, ist das Verstummen des MG 4 ein riesiger Schritt zurück in eine angenehme Zukunft. Danke MG Motors dafür!

Schon beim ersten Test ist uns die Nummer Vier von MG sehr positiv aufgefallen. Bezahlbare Neuwagen sind ja heutzutage nur recht schwer zu ergattern, günstige Elektroautos erst recht. Es gibt aber auch Ausnahmen, wie beispielsweise die chinesische Marke MG. Die präsentiert mit dem kompakten Stromer MG 4 ein überaus verlockendes und auch ausgereiftes Angebot.

Der Fünftürer zielt dabei auf die elektrische Kompaktklasse vom Schlage eines VW ID 3, eines Cupra Born oder eines Renault Megane E-Tech ab und startet in der bereits sehr gut ausgestatteten Basisversion bei ambitionierten 23.990 Euro (inkl. E-Förderung). Unser Testwagen – ein 180 kW starker MG 4 Trophy Extended Range – steht mit EUR 36.640,- (inkl. E-Förderung) in der Preisliste. Ebenfalls ein fairer Preis, wenn man sich die üppige Ausstattung und den teuren 77 kWh-Akku ansieht, der den MG 4 laut WLTP bis zu 520 Kilometer weit bringen soll. Ebenfalls an Bord befindet sich eine energieeffiziente Wärmepumpe.

Ebenfalls wichtig bei einem Elektroauto ist die Ladegeschwindigkeit – am Schnelllader lässt sich der vorkonditionierbare Akku des MG 4 in 38 Minuten mit maximal 144 Kilowatt von 10 auf 80 Prozent hochladen. Für den Verbrauch gibt MG 16,5 kWh im Schnitt an – wir kamen bei teil winterlichen Temperaturen mit rund 19 kWh für die 100 Kilometer über die Runden.

Optisch ist der 4,29 Meter lange Elektriker nach wie vor frisch und auch sehr eigenständig, über die schmal geschnittenen LED-Schweinwerfer blickt er fast etwas grimmig drein – also keine Spur von chinesischer Einheitskost. Ganz so sportlich, wie sich der MG außen gibt ist er innen nicht. Hier liegt das Hauptaugenmerk auf der komfortbetonten Seite. Mittlerweile auf nahezu europäischem Niveau – die gute Bedienbarkeit inklusive der, wie oben schon erwähnt, sehr angenehmen Akustik.

Beim Cockpit werden Erinnerungen an den VW ID 3 wach. Vor dem Fahrer findet man auch hier ein kleines Kombiinstrument mit den wichtigsten Informationen. Rechts daneben hat MG ein 10,25 Zoll großes Display montiert. Der Touchscreen reagiert gut auf Tippbefehle, die etwas hölzerne Übersetzung der Befehle ins Deutsche hat MG nun ausgebessert. Auch die Smartphone-Kopplung gelingt einfach, zudem gibt es auf der scheinbar freischwebenden Mittelkonsole eine induktive Ladeschale.

Die im MG 4 verbauten Akkus sind dank einer Höhe von gerade einmal elf Zentimetern extrem flach. Das sorgt für Platz im Innern. Vorne wie hinten geht es überaus luftig zu und auch das Kofferraumvolumen von 350 Litern, welches sich durch das Umklappen der Rücksitzlehnen auf bis zu 1165 Liter erweitern lässt passt da gut dazu. 

Wie inzwischen bei vielen Stromern üblich, sitzt der E-Motor beim MG auf der Hinterachse und treibt dort die Räder an. Dadurch fährt sich der Chinese vor allem in der Stadt sehr handlich und besticht mit einem geringen Wendekreis von nur gerade einmal nur 10,6 Metern. Auf der Landstraße zeigt sich der 180 kW starke Antrieb durchzugskräftig, und das eigentlich straff abgestimmte Fahrwerk überrascht zudem mit einem angenehmen Abrollkomfort. Auch gibt sich der Wagen beim Fahren als ausgesprochen leise. Insgesamt fährt sich der MG 4 aber gutmütig.

Daten Fakten MG 4 Trophy Extended Range
Leistung: 180 kW
Max. Drehmoment: 350 Nm
Höchstgeschwindigkeit: 180 km/h
0 – 100 km/h: 6,5 Sek.
WLTP-Reichweite: 520 km
WLTP-Durchschnittsverbrauch: 16,6 kWh
Preis: ab 36.640 Euro

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