Wem der Opel Movano zu klein für sein Transport-Projekt ist, der sollte sich einen Sattelschlepper organisieren.

Große weiße Transporter liegen derzeit schwer im Trend. Überhaupt ist das Cargo-Gewerbe in diesem Fahrzeugbereich seit Pandemie-Beginn massiv gewachsen. Kleine (meistens) Ein-Personen-Unternehmen jagen dem schnellen Liefergeschäft nach und setzen auf Transporter vom Schlage des hier getesteten Opel Movano. Diesen gibt es in verschiedenen Radstand-Versionen – wir hatten jetzt die L3/H2 Version im Testfuhrpark und konnten den Transporter auch gleich im Echtbetrieb ausprobieren.

Die Zeiten sind vorbei, wo man im Führerhaus eher Holzpritschen als normale Sitze vorfand. Wenn man den neuen Opel Movano erklimmt, wird man fast schon von PKW-Ambiente empfangen. Die beiden äußeren Sitze entsprechen den hohen Komfortansprüchen von Opel – der mittlere Platz dient eher als Notsitz oder Ablage für allerlei Krimskrams. Dafür lässt sich die Lehne zum Teil umklappen und als Schreibbrett inklusive Befestigung für die Transportpapiere hernehmen.

2019 Opel Movano

Das Lenkrad des Opel Movano liegt fett und lederbezogen in den Händen des Transporteurs. Es lässt sich sogar höhenverstellen. Dahinter befinden sich übersichtliche teildigitale Anzeigen. Am Dashboard selbst sitzt mittig ein kleiner Bildschirm, der alle Infotainment-Features inklusive Navigation und Rückfahrkamera zwar ein wenig pixelig aber dafür übersichtlich anzeigt. Bedient wird dabei fast alles per analogem Knopfdruck oder -dreh. Die dafür vorgesehenen Tasten wirken wie für die Ewigkeit gebaut – und sind es wahrscheinlich auch.

Gestartet wird per Schlüsseldreh. Der 165 PS starke Diesel klingt kalt gestartet klarerweise nach Diesel (na no na net) – man kann übrigens seit kurzem auch die vollelektrische Variante des Movano wählen – der nagelt dann garantiert nicht. Der riesige Resonanzkörper des Opel Movano sorgt jedenfalls für eine ordentlich nagelnde Geräuschkulisse.

Der Hebel für das Schaltgetriebe wächst direkt aus dem Armaturenbrett, liegt also perfekt zur Hand. Die Schaltung funktioniert ausreichend präzise und kurzwegig. Der 2,2 Liter Diesel hat dank seiner 165 PS keine gröberen Probleme, das Fahrzeug ordentlich zu beschleunigen. Leer geht’s sowieso flott voran – erst bei voller Beladung plagt sich der Movano vor allem auf Steigungen klarerweise ein wenig. Dafür wird die Fuhre dann ein wenig komfortabler. Leer merkt man das leichte Hoppeln der verstärkten Federung, die erst ab einer gewissen Beladung so richtig geschmeidig wird. Auf der Autobahn fühlt sich der Opel Movano so richtig wohl, da geht es flott voran, die 130 km/h auf österreichischen Autobahnen sind kein Problem.

Der Laderaum mit seinen 13 Kubikmetern Fassungsvermögen ist klarerweise riesig – 1,3 Tonnen Ladegut darf bei Bedarf eingeladen werden. Er kann entweder durch eine seitliche Schiebetür oder von hinten durch die zweigeteilte Hecktür beladen werden, bücken muss man sich dabei nicht, 193 cm Höhe sollten für die meisten Leute reichen. Zahlreiche Ösen helfen beim Verzurren. In unserem Fall wurde das Volumen nicht einmal annähernd ausgenützt – wer allerdings ordentlich schlichtet bringt wahrscheinlich die gesamte Ausstattung einer mittleren Wohnung locker unter.

Fazit

Der Opel Movano Cargo ist ein begnadetes Lieferauto, welches auch vor ärgeren Transportaktivitäten nicht kapituliert. Was es allerdings auch noch kann ist, seine Passagiere fast schon wie in einem PKW zu verwöhnen. Wahrscheinlich ist das auch der Grund, warum der Opel Movano des Öfteren auch als Grundlage für einen Wohnmobilumbau hergenommen wird.

Ab EUR 44.465,- inkl. Mwst // 37.655,- exkl. Mwst

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

You May Also Like

Citroen e-Spacetourer – Shuttle vom Dienst

Dieses Auto wird man wohl eher vor dem Airport oder vor diversen Hotels als in privaten Garagen vorfinden.

Handwerkers Silberpfeil

Der Mercedes Benz Citan bietet ganz viel Platz und Professionalität aber auch jede Menge Mercedes-Flair für Maler, Installateure & Co.

Leute, wie die Zeit vergeht!

Auch wenn im VW Konzern alles “straight to electric” läuft, dürfen dort auch noch seltene Pflanzen der Gattung “R” wachsen und gedeihen.

Weil ich kein Mädchen bin.

Nach dem Switch auf Sport verwandelt sich das Mini Cooper S Cabrio zu einem durchaus hart zu fahrenden Sportler.