Die Spritpreise kennen nur eine Richtung, der Verkehr fließt, wenn überhaupt, nur zähflüssig und die Parkplätze in der City sind rar und preislich jenseitig.

Die Folge ist der Umstieg vieler Pendler auf einspurige Geräte. Neben den beliebten aber derzeit nahezu ausverkauften E-Bikes, bieten sich flinke Motorroller an, um dem Stau ein Schnippchen zu schlagen.

Peugeot hat sich mittlerweile zu einem der größten Rollerproduzenten in Europa gemausert. Die Franzosen haben gleich neun Baureihen im Angebot – wir haben zwei beliebte Modelle – den Peugeot Pulsion 125 und den Peugeot Tweet 200 unter die Lupe genommen.

Unterschiedlicher können Motorroller nicht sein. Zum einem wäre da einmal der Peugeot Tweet. Er spricht mit seiner schlicht gehaltenen Form so gut wie jede Zielgruppe an und steht als 50er, 125er sowie in unserer getesteten 200er Hubraumvariante zur Wahl. Wobei die Zahl 200 nicht exakt der Hubraumgröße entspricht. Das luftgekühlte Triebwerk bietet 169 Kubikzentimeter Hubraum und 12,2 PS, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 99 km/h.

Der Tweet präsentiert sich als unkompliziertes Alltagsgefährt. Helm auf, Handschuhe an und los geht‘s. Bis Achtzig zieht der Roller gleichmäßig und flott voran. Sein großer Trumpf ist das geringe Gewicht – dieses kompensiert sein Leistungsmanko an der Ampel. Die 120 Kilogramm fahrfertig spürt man auch beim flotten Stauspringen und beim Vorschlängeln – wendiger gehts kaum, außer vielleicht mit einem e-Bike. Die angegebenen 99 km/h erreicht der Peugeot relativ mühelos, so fühlt man sich auf Stadtautobahn  und Landstraße nicht deplatziert. Dank der 16-Zoll-Räder liegt der Roller auch dann noch gut auf der Straße wenn die Kurven mal flotter genommen werden oder die Straßen schlecht sind. Dabei hält sich der Peugeot Tweet 200 akustisch immer zurück. Die schmale Bauweise kommt dann noch dazu – es gibt kaum zu enge Lücken, wo man mit dem Tweet nicht durchpasst.

Die Kehrseite der schlanken Bauweise ist der nicht überragende Wetterschutz – ebenso ist der Fußraum in der Mitte etwas schmal. Für eine Einkaufstasche am Klapphaken oder ein Biertragerl zwischen den Füßen reicht es aber. Das Handschuhfach hinter der Frontverkleidung ist klein und leider etwas zerklüftet. Mehr Stauraum findet sich unter der per Knopfdruck entriegelbaren Sitzbank, wo auch ein Jethelm reinpasst. Wer mehr Platz benötigt, montiert hinten ein Topcase. 

Wem der Tweet 200 ein wenig zu karg ist, der wird wahrscheinlich mit dem luxuriösen Peugeot Pulsion 125 glücklich.

Der brilliert auf den ersten Blick gleich einmal mit feinstem französischem Roller-Design, gepaart mit Anleihen aus dem Peugeot Automobil-Bereich. Dazu gehört vor allem der Kühlergrill in der Front, die prägnanten LED-Scheinwerfer und die ebenfalls von den Autos der Marke übernommenen Rücklichter in „Krallen“-Optik. Das TFT-Farb-Cockpit wirkt ebenfalls so, als ob es direkt aus einem vierrädrigen Peugeot stammen würde und zeigt unter anderem die Restreichweite, den Durchschnittsverbrauch, die Außentemperatur und die Batteriespannung an. Wer möchte spielt via App und Bluetooth die Pfeile der Navigation ein. Entriegelt und gestartet wird mittels Smart-Key. Ebenfalls sehr praktisch sind der per Knopfdruck zu öffnende Tankdeckel und die Sitzbank. 

Auch in Fahrt enttäuscht der Peugeot Pulsion 125 nicht. Trotz seiner 176 Kilo ist der 14,4 PS starke Scooter extrem wendig und handlich. Dazu kommt die überraschend gute Performance des kleinen Einzylinders. Der Pulsion beschleunigt kräftig bis rund 80 km/h, danach gehts zwar etwas verhaltener weiter aber in der Regel schafft er über 100 km/h auf der Landstraße. Das ist in dieser Klasse keineswegs selbstverständlich.

Auch bei der Bremserei  lässt sich Peugeot nicht lumpen. Der Pulsion bietet nicht nur das kombinierte SBC (Synchro Braking Concept), sondern packt auch noch ABS obendrauf. Das Ergebnis sind angenehm bissige und standfeste Bremsen – wie bei den Autos üblich leuchten bei Vollbremsungen sogar automatisch die Blinker auf.

Es macht Spaß, den Peugeot Pulsion zu fahren – auch in Kurven begeistert der wendige Roller mit hoher Sicherheit. Der auf 14- (vorne) und 13-Zoll-Rädern rollende Peugeot bleibt dabei immer komfortabel und leicht beherrschbar. Wer nicht jeden Tag zur Tankstelle will, ist mit dem Pulsion absolut richtig: Sein Tank fasst zwölf Liter und beschert dem Scooter unter Alltagsbedingungen eine Reichweite von über 300 Kilometern. Somit ist auch Langstrecke drinnen.

Auf längeren, schnellen Strecken entlastet dann die verstellbare Windschutzscheibe den Oberkörper. Unser Test-Pulsion hatte ein in Fahrzeugfarbe lackiertes Topcase hinten montiert. Dessen integrierte Rückenlehne sorgt dann auch für super Komfort der hinten Mitfahrenden. Außerdem passt auch ein zweiter Integralhelm hinein, denn unter der Sitzbank gibt´s zwar ein sehr langes beleuchtetes Staufach, in das aber nur ein Helm im hinteren Bereich Platz findet. Einen Mini-Kritikpunkt haben wir übrigens auch gefunden: Wer von einem Pulsion Fahrer unmotiviert angehupt wird, sollte sich nicht wundern, der Blinkerschalter ist nämlich zu tief montiert – stattdessen erwischten wir des öfters die Hupe beim Abbiegen. 

Fazit:

Peugeot Motorcycles bietet für jeden Geschmack den richtigen Roller. Während der Peugeot Tweet 200 eher den pragmatisch denkenden, kostenbewussten Pendler anspricht, wird der deutlich teurere Pulsion 125 wohl eher mit dem Herz gekauft. Praktisch ist er aber ebenso.

Daten Fakten Peugeot Pulsion 125 Allure
Motor: Einzylinder, flüssigkeitsgekühlt
Hubraum: 125 ccm
Leistung: 14,4 PS
Drehmoment: 12 Nm bei 7000 U/min
Vmax: 108 km/h
Preis: ab  4.799 Euro

Daten Fakten Peugeot Tweet 200
Motor: Einzylinder, luftgekühlt
Hubraum 169 ccm
Leistung: 12 PS 
Drehmoment: 12,5 Nm bei 6000 U/min
Vmax: 99 km/h
Preis: ab  3.079 Euro

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