Erstmals kommt bei Renault die Ausstattungslinie “Esprit Alpine” zum Einsatz. Unser Testwagen war damit ausgestattet.

Aus Kadjar wurde Austral. Der Kontinent Australien ist dabei aber nicht gemeint. Der Name Austral ist vom lateinischen Wort „australis“ (= südlich) abgeleitet. Der neue Modellname soll Internationalität, wie auch Assoziationen an südländische Länder vermitteln. Austral klingt auch besser als das harte “Kadjar” – finden zumindest wir.

Angeboten wird das SUV in fünf Ausstattungen und drei Leistungsstufen. Beim Austral Mild Hybrid 140 und Mild Hybrid 160 unterstützt ein Startergenerator inklusive 12-Volt-Lithiumionen-Akku den 1,3-Liter-Turbobenziner. Topmotorisierung ist der Austral E-Tech Full Hybrid 200 seines Zeichens Vollhybrid.

Der Renault Austral Mild Hybrid 160 war jetzt bei uns zu Gast im Testfuhrpark.

Renault nennt das neue Design “sensual” , also sinnlich. Nun ja, es gibt sinnlichere Autos aber eines muss man dem Renault Austral schon zugestehen – er sieht modern und bullig aus. Das liegt vor allem aber auch am oben erwähnten “Esprit Alpine”-Paket. Das gut viereinhalb Meter lange und 1,82 Meter breite Kompakt-SUV nutzt die neue CMF-CD-Plattform, welche auch von den Konzernmarken Nissan und Mitsubishi verwendet wird.

Besonders prägnant ist die Front, die ein überdimensionales Renault-Logo vor sich her trägt. Vom Renault Megane E-Tech kennen wir die farblich abgesetzten Spangen im Frontspoiler. Die 20 Zoll großen Räder dominieren die Seitenansicht. Dieses Reifenformat hat bei Renault mittlerweile schon Tradition. Wie so oft in solchen Fällen hat die tolle optische Wirkung solcher Räder aber auch negative Einflüsse auf das Abrollverhalten – der eigentlich komfortabel abgestimmte Austral rumpelt teilweise hörbar über schlechte Straßen – da fehlt es einfach an der Eigendämpfung der niedrigen Reifenflanken.

Im großzügigen Innenraum kommen viele Elemente aus dem elektrisch angetriebenen Mégane zum Einsatz. Vor dem Fahrer befinden sich zwei Bildschirme, die sich zu einer Fläche von bis zu 774 Quadratzentimetern summieren. Hoch anzurechnen ist es Renault, dass sich wichtige Features wie die Klimatisierung über eine eigene Schalterleiste bedienen lassen. Ebenso wurde die Handauflage über der Mittelkonsole aus dem Mégane E-Tech übernommen, damit lässt das ganze Infotainment am Touchscreen auch während der Fahrt halbwegs zielsicher bedienen.

Inflationär sind die Bedienhebel hinterm Lenkrad, neben dem Schalthebel findet man noch einen Satelliten für´s Radio, die Scheibenwischerbedienung sowie den Blinkerhebel. Nicht ganz Auto-affine Menschen sind damit vielleicht anfänglich ein wenig überfordert, zumal das Ganze auch nicht sehr ergonomisch angeordnet ist.

Die Esprit Alpine-Ausstattungsvariante wurde zudem auch im Innenraum aufgewertet: Neben der Alpine-blauen Ambientebeleuchtung, sowie jeder Menge weiterer Deko-Elemente im Stil der Sportwagenfirma, sitzt man auch auf etwas sportlicher geschnittenen Sitzen mit Alpine-Logo auf den Kopfstützen. Den Seitenhalt dieser Sitze würde man allerdings nicht benötigen, denn der Renault Austral Mild Hybrid 160 will eigentlich gar nicht sportlich sein.

Erstens ist das Fahrwerk eindeutig in Richtung Komfort abgestimmt und zweitens ist die Mild-Hybrid Motorisierung nicht unbedingt ein Ausbund an Dynamik. Das ändert sich auch nicht wesentlich, wenn man das Fahrzeug mittels Fahrmodus-Schalter am Lenkrad auf “Sport” trimmt. Der Motor ist ein braver Geselle, der es am liebsten hat, wenn man nicht ganz so eilig unterwegs ist. Leider lässt sich das Mildhybrid-System teilweise nicht ganz verheimlichen, man merkt hin und wieder kleine Probleme beim Zusammenspiel mit dem Benziner. Dann ruckelt es im Antrieb. Verbrauchstechnisch gibt´s dafür wenig zu meckern – wir schafften einen Testschnitt von rund sieben Litern auf hundert Kilometer.

Das Fahrwerk des Renault Austral ist französisch komfortabel. Auch auf rauem Untergrund bleibt der Austral ausgewogen, lediglich die 20-Zöller bringen etwas Unruhe ins Fortkommen – aber wie heißt es so schön: Wer schön sein will, muss leiden. Die Lenkung ist Renault wirklich gelungen, sie spricht feinfühlig an und auch der Wendekreis ist für ein Auto dieses Kalibers sensationell gering.

Sicherheit geht auch bei Renault vor. Insgesamt 32 Assistenzsysteme stehen Fahrer zur Verfügung, wobei der Notbremsassistent mit Fußgängererkennung, Sicherheitsabstandwarner, Müdigkeits- und Verkehrszeichenerkennung sowie ein Notfall-Spurhalteassistent zur Serienausstattung gehören.

Fazit

Renault hat mit dem Austral einen mehr als würdigen Nachfolger für die Kadjar auf den Markt gebracht. Neben der tollen Optik punktet das SUV mit viel Platz, guter Qualität und viel Komfort. Motorisch würden wir instinktiv zum 200 PS starken Vollhybrid greifen – ohne das Auto allerdings getestet zu haben. Aber wer weiß, vielleicht ergibt sich ja irgendwann mal die Chance.

Der Renault Techno Esprit Alpine Mild Hybrid 160 Automatik steht ab EUR 39.299,99 beim Händler.

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