Seat denkt bei der Elektromobilität auch über den E-Auto-Tellerrand hinaus. Angefangen hat es bereits vor einigen Jahren als Seat einen E-Scooter im Kofferraum des damals neuen Seat Taracco quasi für die “letzte Meile” gepackt hat. Die nächste Ausbaustufe ist jetzt der Seat MÓ – ein waschechter Motorroller mit Elektroantrieb.

Der Seat MÒ ist auf den ersten Blick ein fesches Gerät, aber auch bei näherer Betrachtung gefällt die ordentliche Verarbeitung. Gerade im Bereich der E-Scooter ist man oft auch Negatives gewohnt – Stichwort: China-Bomber. Hinter dem niedrigen Windschild (auf Wunsch gibt´s auch ein höheres) befindet sich ein informatives LC-Display. Man sitzt gut auf der bequemen Sitzbank, darunter gibt´s ordentlich Stauraum für zwei Helme oder den Rucksack. Wir haben unseren Test gleich bei Regenwetter gestartet – ein etwas breiteres Beinschild würde da etwas mehr Wetterschutz bieten.

Eco, City und Sport stehen zur Auswahl. Je nach Modus hat man dabei mehr oder weniger Spaß.

Leise und geschmeidig surrt der Seat MÒ los. Während der Eco-Modus die beste Wahl für beschauliches Stau-Hopping oder Batterie-schonende Fahrweise ist, macht der MÒ im City-Modus schon weit mehr Spaß. Die bis zu 240 Newtonmeter des 9 kW (12,2 PS) starken Elektromotors liegen dabei systemtypisch früh an und befördern den Roller flott auf eine Spitze von bis zu 95 km/h. Etwas giftiger wird der Seat MÒ im Sport-Modus – dann sollte man aber auch den Besuch an der Steckdose früher einplanen.

Wie auch bei den E-Autos kostet Fahrspaß immer auch Reichweite.

#eslebedasauto

Die Fahrwerksauslegung ist sportiv – allzu viel Komfort sollte man sich nicht erwarten. Dafür ist die Fuhre super-wendig und bietet somit die Basis für höchst lustiges Innenstadt-Gewusel. Die relativ großformatige Bereifung (vorne 15-, hinten 14-Zoll) sorgt für ein gutes Feeling auch bei schnelleren Kurven. Auch die Bremserei macht voll mit, sie ist standfest und feinfühlig, wie sich das gehört.

Die Reichweite des Seat MÒ beträgt im Idealfall bis zu 127 Kilometer.

Geladen wird an der Haushaltssteckdose. Zu der muss man aber nicht einmal hinfahren. Der Seat MÒ ist mit einem schlauen Batteriesystem ausgestattet, bei dem man den Akku mit wenigen Handgriffen ausbauen kann und dann wie einen Reisetrolley hinter sich herziehen kann – bei einem Batteriegewicht von 41 Kilogramm eine tolle Sache. Die Ladezeit dauert bis zu acht Stunden.

Leider kostet die E-Mobilität auch bei den Scootern etwas mehr – Seat bietet den MÒ um 5.999 Euro an.

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