… und tolle Infrastruktur. Tesla zeigt auch mit dem Model Y wo der elektrische Hammer hängt. Feine Effizienz, viel Power und ein enges Netz an Superchargern machen das Leben mit der Elektromobilität so richtig alltagstauglich.

Zugegeben, meine “Zuneigung” zu Tesla war bislang überschaubar. Die schrägen Auftritte Elon Musks in letzter Zeit machten es auch nicht besser. Die Eröffnung des neuen Tesla-Stores im oberösterreichischen Leonding – also quasi in der unmittelbaren Nachbarschaft – änderte vieles und auch der Testtermin für unseren Tesla Model Y Testwagen war schnell und unkompliziert vereinbart. Die Abholung direkt um´s Eck macht halt vieles einfacher.

Der Kauf eines Teslas ist irgendwie mit dem Kauf eines neuen Smartphones vergleichbar. Viele lassen sich im Store in die Materie einführen und sich das Ding vorkonfigurieren oder man gehört zu den Praktikern und nimmt sich eine Stunde Zeit, lebt sich in sein neues Spielzeug quasi selbst ein. Wir bevorzugten ersteres und genossen eine nette Einführung bei der Übernahme im Store – das spart Zeit, vermeidet Bedienungsfehler und geht bedeutend schneller.

So ein Tesla ist nämlich nicht unbedingt mit einem “normalen” Auto vergleichbar. Vor allem bei der Bedienung gehen die Amerikaner teilweise komplett andere Wege wie der Mitbewerb, der – teils auch zu Recht – die Usability an der alten Verbrenner-Welt aufhängt. Im Tesla ist alles ein wenig anders. Also nimmt man sich Zeit, setzt sich hin und passt sich das Auto im ersten Step einmal an seine Bedürfnisse an. Das macht definitiv Spaß und ist das alles einmal erledigt, ist der Umgang mit dem Tesla super-einfach.

Das zentrale Bedienelement ist der große Bildschirm im Zentrum des Armaturenbretts.

Selbst die Außenspiegel und Lenkrad werden über diesen Screen angewählt und dann anschließend über die kleinen Rädchen am Lenkrad eingestellt. Auch der Scheibenwischer ist stets auf automatisch eingestellt und will man zum Beispiel das Handschuhfach öffnen, toucht man einfach auf den passenden Knopf am Bildschirm – schließen muss man es dann allerdings händisch. Das hört sich jetzt alles wahnsinnig kompliziert an, ist es aber nicht. Jeder, der mit einem Smartphone umgehen kann, kann auch mit dem Tesla Model Y umgehen. Die einzige Herausforderung ist es höchstens, den Tesla jemandem ohne vorherige Einführung zu überlassen. Der- oder Diejenige wird wahrscheinlich ein paar Fragen haben.

Kommen wir zum Model Y. Tesla ist es gelungen ein schnörkel- und somit auch zeitloses Elektroauto auf die Räder zu stellen. Wie groß der Wagen tatsächlich ist, fällt einem erst auf, wenn man ein großes Auto – in unserem Fall war es ein Ford Galaxy – daneben hinstellt. Das Model Y ist mit fast 4,8 Metern nicht viel kürzer und mit über 1,9 Metern Breite sowie 1,6 Metern Höhe schon ein ziemliches Kaliber. Noch deutlicher werden die Abmessungen, wenn man sich die 21-Zoll Räder unserer Performance Version ansieht, die wirken eigentlich gar nicht so massiv, wie sie tatsächlich sind.

Das entweder in Schwarz oder Weiß erhältliche Interieur ist markentypisch spartanisch – die zwei oben erwähnten Rädchen am Lenkrad, zwei Hebel dahinter, das war´s auch schon. Keine weiteren Knöpfe, Schalter oder Hebel – das prägnanteste Element ist eben der 15-Zöller in der Mitte des Dashboards. Dadurch wirkt der Innenraum des Model Y noch geräumiger als er tatsächlich ist. Zusätzliche Luftigkeit schafft das riesige Glasdach, welches vor allem die hinten Sitzenden erfreut.

Auch das Gepäck reist fürstlich. Der Tesla-“Frunk” vorne mit seinen 117 Litern Fassungsvermögen reicht in vielen Fällen schon für die meisten Transportaufgaben aus und auch der Kofferraum geizt mit üppigen 854 bis 2041 Litern nicht mit Platz. Das Auto schreit also nach einer ordentlichen Urlaubsreise. Und auch diese ist mit dem Tesla Model Y locker möglich.

Zum einen ist das Tesla Model Y sehr komfortabel abgestimmt, wenngleich die harten 21-Zöller teilweise etwas hölzern abrollen. Wer den ultimativen Komfort sucht, verzichtet drauf, verliert allerdings dann aber auch ein wenig Coolness, denn die fetten Reifen sehen einfach toll aus. Man steigt also einfach ein und will ordentlich Kilometer machen. Das ist zwar in vielen Elektroautos auch so, nur hier kommt die große Tesla-Trumpfkarte ins Spiel: Die flächendeckende Versorgung mit Tesla Superchargern.

Es ist schon beeindruckend, wenn man sich das Supercharger-Netz am Bildschirm anzeigen lässt. Zoomt man sich Europa raus, gibt es fast kein leeres Fleckerl, wo man nicht laden könnte. Wer innerhalb unserer ertesteten Reichweite von rund 400 Kilometern keine Ladesäule findet, ist selbst schuld. Im Schnitt kann man davon ausgehen, alle 200 Kilometer wirklich schnell laden zu können – bis zu 250 kWh sind möglich.

Wir waren auch viel auf österreichischen Autobahnen unterwegs. Selbst bei Geschwindigkeiten um die 130 km/h verbrauchte unser Tesla Model Y Performance bloß 19 kWh im Schnitt und das trotz einer Leistung von sagenhaften 534 PS. Das ist schon ganz große Klasse. Dann steuert man seinen Supercharger an und lädt die 77 kWh in lockeren 20 Minuten wieder auf 80 Prozent hoch, ohne lang mit irgendwelchen Lade- oder Kreditkarten herumhantieren zu müssen. Einfach auf den kleine Knopf am Stecker drücken, die Ladeklappe schwenkt automatisch auf und man lädt. Währenddessen holt man sich einen Kaffee, surft im Internet oder spielt lustige Spiele.

Unser Fazit

Um über einen Tesla urteilen zu können, sollte man unbedingt einmal etwas intensiver damit gelebt haben. Unsere Erfahrungen waren jedenfalls durchwegs positiv – vor allem punktet Tesla mit seinem speziellen “Driving-Experience”, welches man in dieser Art bei kaum einem anderem Elektroauto findet. Im Falle des Tesla Model Y wundert es uns jetzt nicht mehr, warum es immer wieder an der Spitze der Verkaufsstatistiken auftaucht.

Zahlen Fakten Tesla Model Y Performance
Leistung: 392 kW / 534 PS
Batterie: 77 kWh
Ladeleistung DC: 250 kW
Testverbrauch: ca. 19 kWh
0 -100 km/h: 3,7 Sekunden
Vmax: 250 km/h
Preis: ab EUR 59.770,-
Testwagenpreis: ab EUR 66.470,-

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