Eigentlich ist ja der Volvo V60 T8 AWD Hybrid schon ein hervorragendes Auto – wer dem Fahrzeug aber deutlich mehr Sportlichkeit verleihen will, der sollte zum Polestar-getunten V60 greifen.

Wie AMG oder M bei den deutschen Mitbewerbern widmet sich die Firma Polestar der ernsthaften Versportlichung von Volvo-Modellen. Trotz des Engagements im E-Mobil-Bereich mit eigenen Modellen, hat sich das nicht geändert. Unter dem Label “Polestar Engineered” widmet sich der Volvo-Haustuner sowohl der Technik, als auch der Optik.

Polestar-Engineering ist Tuning der feinen, dezenten Sorte.

Optisch wird der skandinavische Stil Volvos nicht angegriffen. Wer brachiales Holzhammerdesign sucht, ist hier definitiv an der falschen Adresse. Unser V60-Testwagen ist ja schon in der Grundversion ein bildhübscher Kombi und Polestar greift genau dort hin, wo es nicht aufträgt aber dennoch einen Riesen-Unterschied macht.

Zu aller erst seien die wunderschönen 20-Zoll Felgen erwähnt. Ihnen sieht man ihre Klasse auf den ersten Blick an. Hinter den fein gezeichneten Speichen blitzen riesige Bremssättel orange-golden lackiert hervor. Sie sitzen auf massiven Bremsscheiben.

Eine dezente Tieferlegung passt das Schuhwerk perfekt in die Radkästen ein – so sieht sauberes Fahrwerks-Tuning aus – da wirkt nichts übertrieben oder gar prollig. Am Kühlergrill und hinten auf der Heckklappe noch ein weiß emailliertes Polestar-Schildchen und fertig ist das Outfit. Innen geht´s ähnlich dezent zu.

Volvo liefert ja schon die perfekte Basis. Super-bequeme Sportsitze in Teillederausführung, ein Automatik-Hebel in Kristallglas-Ausführung und das übliche, sehr gut bedienbare Infotainment-System auf Google-Basis. Der Sound stammt von Harman-Kardon und die Verarbeitungsqualität ist wie gewohnt auf Premium-Niveau. Was Polestar noch draufpackt sind die perfekt farblich auf die Bremssättel abgestimmten orange-goldenen Sicherheitsgurte und den zusätzlichen “Polestar”-Modus bei den Fahrprogrammen. Er sorgt für Volvo-untypische Dynamik, wenn man es mal wissen will.

Eigentlich gehören Volvos ja nicht zu den Sportlern – das ändert sich, wenn man in den Polestar Modus wechselt.

Auf Knopfdruck verschärft sich das Wesen deutlich in Richtung Dynamik. Die Leistung von 455 PS wird dann beim kleinsten Zucken des Gasfußes abgerufen. Der Kombi schiebt richtig heftig an und wer sich vorher die Mühe gemacht hat, die Motorhaube zu öffnen und die beiden gold-eloxierten Rändelräder an den Stoßdämpfern auf Hart zu drehen, der darf mit seinem V60 auch mal eine Runde auf der Rennstrecke drehen. Der V60 liegt dann wie ein Brett und lässt sich super präzise durch die Kurven zirkeln. Klar, ein Rennwagen wird er dadurch nicht – da spricht schon das Gewicht dagegen – aber das Ding hat schon ganz große Klasse.

Fazit

Grundsätzlich ist ja der “normale” Volvo V60 T8 AWD Hybrid schon ein sehr leistungsstarker Premium-Kombi. Wer das Ganze noch zusätzlich mehr in Richtung Fahrdynamik verschieben möchte, der sollte einmal mit einem von Polestar veredelten Exemplar fahren – das kann schon was. Und kostet natürlich – unser sehr gut ausgestatteter Testwagen schlug mit 88.167 Euro zu Buche.

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