BYD gewann kürzlich bei einer Ausschreibung der österreichischen Bundesbeschaffung für den zukünftigen Dienstfuhrpark einen Riesenauftrag. Es geht um 640 BYD-Pkws – den Großteil macht das von uns getestete Modell Dolphin aus.

Der 4,29 Meter lange BYD Dolphin wird von einer 60,4 kWh großen Blade-Batterie gespeist – er leistet 204 PS und soll eine WLTP-Reichweite von bis zu 427 Kilometern erreichen. Es ist halt so eine Sache mit WLTP-Angaben – oft sind sie nicht das Papier wert, auf dem sie stehen. In Falle des BYD Dolphin ist das anders.

Der Dolphin ist ein Sparmeister.

Selten hatten wir bisher ein derart effizientes E-Fahrzeug im Testfuhrpark. Trotz widriger Umstände im Testzeitraum mit zweistelligen Minusgraden sorgte unser erfahrener Durchschnittsverbrauch von unter 18 kW pro hundert Kilometer für Erstaunen. Klar, der WLTP Wert liegt zwar noch immer deutlich daneben aber wenn´s draußen ein wenig frühlingshafter wird, sollten realistische Reichweiten von um die 400 Kilometer locker drinnen sein.

Dabei reden wir von einem 204 PS starken Fronttriebler der in sieben Sekunden auf Hundert sprinten kann und bis zu 160 km/h schnell ist. Einziges Mini-Manko ist dabei die maximale Ladeleistung, sie beträgt lediglich 88 kW, was aber an der heimischen 11-kWh-Wallbox sowieso keine Bedeutung hat.

Waren chinesische Autos früher nicht unbedingt ein Ausbund an fahrdynamischer Freude, so überrascht der BYD Dolphin hier mit sehr guten Qualitäten. Vor allem die Lenkung hat uns gefallen, sie kann mit ihrer Präzision durchaus mit europäischen Produkten mithalten. Ebenso tadellos das Fahrwerk, welches ein gutes Maß an Komfort und Schluckfreudigkeit zeigt.

Wie auch schon der von uns getestete BYD Atto 3 zeigt auch der Dolphin eine durchaus europäische Linienführung – sieht man vielleicht von der Zweifarbenlackierung ab, die vielleicht ein wenig verspielt wirkt. Das Auto wirkt optisch kleiner als es tatsächlich ist, das merkt man dann beim Einsteigen und hier vor allem auf der Rückbank, die selbst Großgewachsenen viel Platz bietet.

Vorne sitzt man ebenfalls sehr gut. Man blickt auf eine geschwungene Armaturenlinie und den heutzutage unvermeidlichen Riesenbildschirm in der Mitte, der sich hier sogar nach Belieben in Hoch- oder Querformat drehen lässt. Die verwendeten Materialen sind überraschend weitgehend frei von unelegantem Hartplastik – BYD bespannt weite Teile der Armaturen mit einem weichen Neopren-artigen Material, welches haptisch sehr ansprechend ist. Einziger Kritikpunkt: Wir hätten uns etwas mehr Farbe im Inneren gewünscht, aber das lässt sich sicher bei der Konfiguration ändern.

Die Bedienung des BYD Dolphin will erlernt werden.

Das betrifft zwar mittlerweile den Großteil der aktuellen Autos am Markt aber die Menüführung ist auch im BYD teilweise schon arg verschachtelt. Wenn man zum Beispiel die (sehr oft falsch anzeigende) Verkehrszeichenerkennung inklusive der permanent piepsenden “Speeding”-Warnung deaktivieren will, muss man am Bildschirm zwei mal wischen und fünf mal touchen um das zu beenden – und das nach JEDEM Neustart!

Unser Resumee zum BYD Dolphin fällt positiv aus. Angesichts des guten Preis-Leistungs-Verhältnis und der gebotenen Qualitäten wundert uns die Entscheidung der österreichischen Bundesbeschaffungsagentur pro BYD nicht. Ob´s dann schlussendlich wirklich flächendeckend in den österreichischen Ämtern diese Marke wird, bleibt abzuwarten – in Oberösterreich zumindest gibt´s schon heftigen Widerstand. Aber das ist eine andere, politische Geschichte.

Daten, Fakten BYD Dolphin Design
Leistung: 204 PS
Drehmoment: 310 Nm
Akku: 60,4 kWh
Testverbrauch: 17,5 kWh / 100 km
Preis: ab EUR 31.380,-
Testwagenpreis: EUR 38.380,-

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