Die Elektromobilität nimmt rasant Fahrt auf und die Auswahl an Elektroautos wächst fast täglich. Unter diesem Aspekt ist es für eine Marke natürlich extrem wertvoll, wenn das eigene Modell zum Elektroauto des Jahres gewählt wird – so geschehen beim getesteten Kia EV6. 

Was macht nun dieses Auto so herausragend? 

Die Technik
Klar, die 229 PS des Testwagens reißen in Zeiten der Leistungseskalation bei den E-Mobilien niemanden mehr vom Hocker. Der EV6 wird damit zum vernünftigen Alltags-Elektriker mit brauchbaren Fähigkeiten für ein unbeschwertes Leben damit und ist eben genau das, was man für den Umstieg von einem Verbrenner braucht. Angetrieben werden die Hinterräder und wenn man sich ehrlich ist: Mehr braucht kein Mensch, oder? Für Leistungsfetischisten hat Kia ab Herbst die Antwort auf die ungefragte Antwort nach mehr Leistung und Allrad parat: Dann kommt der EV6 GT mit 585 brachialen Pferden.

Was der getestete EV6 perfekt kann, ist das Laden. Dank 800-Volt-Technik lässt sich der 77,4 kWh fassende Akku im Idealfall in 18 Minuten mit bis zu 350 kWh Ladeleistung auf 80 Prozent aufladen. Einziges Problem: 350 kWh Ladesäulen sind rar oder meistens besetzt. Egal, die Reichweite ist dank des moderaten Stromverbrauchs (21,8 kWh im Testschnitt) mit rund 350 Kilometern recht ordentlich.

Die Optik
Vor allem das Heck und die Heckleuchten wurde von den Kia-Designern eindrucksvoll in Szene gesetzt – Polarisierung ist angesagt, wenngleich die meisten Kommentare positiv ausfielen. Ebenso auffällig ist der augenscheinlich lange Radstand und die mächtige Bereifung. Auch innen gefällt der EV6 – hinter dem Lenkrad befinden sich zwei großformatige Bildschirme auf denen nach Herzenslaune gewischt und getapst werden kann. Natürlich sollte man sich vorher mit der Bedienung am Stand vertraut machen, sonst kann’s während der Fahrt schnell mal zu haarigen Situationen kommen – Stichwort: Ablenkung. Grundsätzlich ist die Menüstruktur der wichtigsten Funktionen aber relativ selbsterklärend.

Fahrdynamik
Der Kia EV6 fährt sich dank seines üppigen Drehmoments von 350 Newtonmetern souverän und lässig. Die Fahrwerksabstimmung wurde von Kia eher komfortbetont ausgelegt – das gefällt vor allem auf längeren Etappen, die ja dank der oben schon beschriebenen guten Reichweite möglich sind. Einzig der immer wieder etwas nervös eingreifende Spurhalteassistent stört die ruhigen Fahrten mit dem Kia EV6 etwas.

Platz
Der üppige Radstand verspricht schon auf den ersten Blick jede Menge Platz für die Passagiere und deren Gepäck. Man sitzt vorne ebenso weitläufig wie hinten und auch der Kofferraum bietet mit seinen 480 bis 1300 Litern viel Fassungsvermögen. Dazu kommt noch ein praktischer “Frunk” – also ein Ladeabteil im Vorderwagen.

Unser Fazit
Der Kia EV6 überzeugt in seinem Segment auf voller Linie und hat sich unserer Meinung nach auch den Titel “Elektroauto des Jahres” wohl verdient. Mit einem Einstiegspreis von knapp unter 50.000 Euro bietet er auch ein ordentliches Preis-Leistungsverhältnis.

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