Nissan hat ja mit seinem Leaf von Beginn an in Sachen Elektromobilität mitgespielt. 2022 wurde ihm ein SUV mit dem klingenden Ariya zur Seite gestellt und wir sind jetzt damit gefahren.

Nach über 12 Jahren ist der Nissan Leaf klarerweise irgendwie am Ende seiner Machbarkeiten angelangt – mit ein Grund, ihm ein weiteres, moderneres Elektroauto zur Seite zur Stellen. Mit dem Ariya folgt jetzt auch Nissan dem Mega-Trend SUV. Neben einer 306 PS leistenden Allradvariante wird der Ariya auch als 2WD (Vorderradantrieb) mit 218 PS (Akku 63 kWh) und 242 PS (Akku 87 kWh) angeboten. Die stärkere 2WD-Variante hatten wir jetzt in der Spitzenausstattung „Evolve pack“ im Testfuhrpark. 

Erster Eindruck: Was für ein mächtiges Auto! Der Nissan wirkt auf den kursierenden Bildern deutlich kleiner, als er dann tatsächlich ist, wenn man dann davor steht. Glattgebügelt strömungsoptimiert und mit einem Hauch von Coupé-Linie versehen wirkt der Nissan wie aus dem Vollen gefräst – man erkennt auf den ersten Blick, dass es sich dabei um ein E-Mobil handelt. Der mit schwarzem Plexiglas geschlossene Grill macht das ebenso deutlich – er verschmilzt optisch mit den schmalen Scheinwerfern. Schön auch die Optik des Tagfahrlichts.

Ein weiterer WOW-Effekt beim Einsteigen. Nissan ist es gelungen ein höchst eigenständiges Interieur zu entwickeln. Die Linienführung ist cool und übersichtlich – bei den Materialien punktet der Ariya zusätzlich. Das Dashboard ist in vielen Bereichen mit, in unserem Fall, blauem Microfaser-Stoff bezogen und aufgepolstert – das optische, wie haptische Erlebnis ist toll. Darunter befindet sich eine holzähnliche Struktur, in der hinterleuchtete Touchfelder für die Klimatisierung eingelassen sind. Das sieht nicht nur toll aus, sondern lässt sich auch ebenso fein bedienen, da die Touchfelder bei Berührung leicht vibrieren.

Zwischen den mit perforiertem Leder bezogenen, klimatisierbaren Sitzen befindet sich eine große Box, die elektrisch vor- und zurückgefahren werden kann. Darauf befindet sich der Fahrtrichtungsschalter sowie diverse Bedienungselemente – auch für ein verstecktes elektrisch öffnendes und schließendes Fach unter dem großem Touchscreen in der Mitte des Armaturenbretts. Darin lassen sich die Papiere, eventuelle Ladekarten oder ähnliches diskret aufbewahren. Das Platzangebot des Nissan Ariya ist ebenso großartig – auch hinten sitzt man hervorragend, der Kofferraum ist gut beladbar und schluckt 468 Liter an Gepäck.

Den feinen Lounge-Charakter legt der Nissan Ariya auch beim Fahren nicht ab. Das SUV lässt sich leise, souverän aber nicht in der teilweise bei Elektroautos üblichen brachialen Art und Weise bewegen. Die Beschleunigung ist mit 7,6 Sekunden auf Hundert ok. Die Gemütlichkeit, die sich im Umgang mit dem komfortabel abgestimmten Nissan Ariya ergibt, sorgt für entspanntes Fortkommen und auch brauchbare Reichweiten. Nissan gibt eine WLTP-Reichweite von 533 Kilometern und einen Verbrauch von 18,5 kWh an – ganz so weit kamen wir nicht aber an die 450 Kilometer sind mit dem 87 kWh fassenden Akku im gemischten Fahrbetrieb durchaus drinnen.

Geladen wird der Akku des Nissan Ariya an Schnellladern mit maximal 130 kW, an Wechselstrom-Säulen oder entsprechenden Wallboxen fließen optional bis zu 22 kW pro Stunde in die Batterie. Leider gibt es keine automatische Vorkonditionierung des Akkus. Zwar zeigt der Routenplaner am Navi die Restkapazität sowie die Ladestationen an, als Fahrer muss man das Vortemperieren jedoch eine halbe Stunde vorher manuell im Menü des Infotainment-Systems vornehmen.

Fazit

Im Umgang mit dem Nissan Ariya merkt man, dass Nissan schon jede Menge Erfahrung in Sachen Elektromobilität hat. Das SUV punktet mit guter Reichweite, einem wirklich tollen Innenraum sowie hohem Fahrkomfort. Preislich liegt der Nissan Ariya in der getesteten, sehr gut ausgestatteten „Evolve pack“-Version bei EUR 67.500,-.

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