Schön langsam wächst das E-Mobilitätsangebot von Volkswagen. Wir waren mit dem VW ID.5 unterwegs.

Der VW ID.5 ist ein typischer Vertreter der Gattung SUV-Coupé. Für alle, die Coupés grundsätzlich als eher unpraktisch ansehen sei gesagt: Der VW ID.5 verbirgt hinter seiner etwas sportiveren Form ausgesprochen praktische Werte.

Auch wenn es eine Art Coupé-Heck ist – das Platzangebot des VW ID.5 ist riesig. Die Köpfe der hinten Sitzenden kommen mit dem heruntergezogenen Dach nie in Berührung, selbst wenn sie hochgeschossen sind. Die Kniefreiheit ist sowieso galaktisch. Die flachere Linienführung tut dem ausladenden VW ID.5 richtig gut. Dank integriertem Heckspoiler wirkt auch sein Heck optisch nicht ganz so wuchtig, wie es tatsächlich ist.
Auf den Fotos wirkt das Fahrzeug deutlich zierlicher, als es dann in Wirklichkeit vor einem steht. Auch der VW ID.5 ist – wie auch der ID.4 – ein ordentliches Bröckerl. Man muss bedenken, dass die Räder stattliche 20 Zoll messen – kleiner ginge sich rein von der Optik nicht aus. Die Kontrastfarbe des Dachschwunges ist wohl gewählt, sie nimmt ebenfalls etliches an optischem Gewichts weg.

Leider ist auf der Suche nach der idealen Bedienbarkeit die bekannt tolle Usability der alten VW-Modelle etwas unter die Räder gekommen.

Der weitgehende Verzicht auf haptische Knöpfe macht den ablenkungsfreien Umgang mit dem ID.5 schwer. Es funktioniert zwar viel über eine brauchbare Sprachsteuerung aber wenn man zum Beispiel in der Nacht die Touch-Slider für Temperatur oder Lautstärke unterm Hauptbildschirm bedienen will, wird´s schnell haarig – die sind nämlich nicht beleuchtet. Fehlbedienung garantiert. AARRGGHH!!

Die Platzanmutung im ID.5 ist mehr als luftig – bei der Bedienung besteht teilweise aber noch Verbesserungsbedarf – Stichwort “unbeleuchtete Klima- und Volume-Bedienungsslider” unter dem Zentralbildschirm.
Der Kofferraum ist riesig, glattflächig und leicht erweiterbar. Er ist nur geringfügig kleiner, als der des kantigeren ID.4. Wem also der Fünfer besser gefällt, der muss beim Platzangebot kaum Abstriche hinnehmen. Unter dem Ladeboden gibt es übrigens noch ein Fach für den Kabelsalat – unter der Fronthaube würden die Ladekabel aber besser hineinpassen, nur dort existiert aus unerfindlichen Gründen leider kein “Frunk”. Verschenkt. Dafür gibt es jede Menge schlauer Ablagen im Innenraum.

Wie heutzutage üblich, hat auch der VW ID.5 ausgeklügelte LED-Technik an Bord. Diese spielt alle Stückeln – begrüßt sogar den Fahrer wenn man sich dem Fahrzeug nähert. Nachtfahrten sind ebenfalls ein Genuss.

Auch beim Schnellladen lässt der VW ID.5 nichts anbrennen.
Bis zu 150 kWh sind möglich. Diese werden auch lange gehalten. Erst ab 80 Prozent fällt die Ladeleistung ab. Daheim reichen die 11 kWh an der Wallbox für die alltägliche gesunde Ladung ohne Zeitdruck.
Wir sind auf eine Test-Reichweite von rund 380 Kilometer gekommen.
Das ist ein Wert, mit dem man locker im Alltag zurande kommt. Reichweitenangst ist somit nicht zu befürchten. Wie oben schon angesprochen, lässt sich der 77 kWh fassende Akku im Handumdrehen an der Schnellladesäule wieder aufladen – bleibt nur zu hoffen, dass die Ladeinfrastruktur in Österreich da mitzieht. Vor allem rund um Linz wird´s mit freien Schnellladeplätzen in letzter Zeit eng.

“Wer sich an die grassierende Reichweitenangst in einem e-Golf erinnern kann, wird hier positiv überrascht. Das Thema ist Vergangenheit”

#eslebedasauto
Mit seinen 204 PS ist der VW ID.5 kein Elektrorennwagen. Er bietet ordentliches Fortkommen aber nicht die Genickbrecher-Qualitäten eines Tesla Model Y mit Dualmotor. Kein Wunder, hat er doch weniger als die Hälfte dessen Leistung.

Unterm Strich: Mehr Leistung braucht kein Mensch – und falls doch mehr gewünscht ist, bleibt ja noch der Griff zum GTX Modell.
Der ID.5 fährt sich wie ein typischer Volkswagen – gut vergleichbar mit einem ordentlich motorisierten Tiguan. Er bleibt stets auf der komfortablen Seite, ist höchst ausgewogen gefedert – lediglich die großen 20-Zöller holpern ein wenig über schlechtere Straßen.

Dass er extrem leise fährt, ist eigentlich keine Überraschung (na no! 🙂 Was die Stille stört, ist die extrem nervöse Einparkhilfe, die auch auf nicht vorhandene Hindernisse oft mit lautem Piepsen reagiert.

Der VW ID.5 fügt sich perfekt in die ID-Familie ein. Dort steht er als Modell Pro Performance ab EUR 54.790,00 in der Preisliste. Unser Testwagen war mit ein paar zusätzlichen Ausstattungspaketen versehen – der Endpreis nähert sich damit schon bedrohlich der 70K Grenze.

Daten VW ID5 Pro Performance
Akku: 77,0 kWh Lithium-Ionen
Leistung: 204 PS
Drehmoment: 310 Nm
Testreichweite: ca. 380 km
Vmax: 160 km/h
0 – 100 km/h: 8,3 Sek
Preis ab 54.790,00 

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