Der Stelvio ist nicht nur schnell, sondern auch schön.

Alfa versteht es ausgezeichnet, die SUV-typischen optischen Schwachstellen zu kaschieren – vor allem das Heck als die große Problemstelle in dieser Fahrzeugklasse, haben die Italiener perfekt hinbekommen – es präsentiert sich knackig und weitaus weniger übergewichtig als beispielsweise beim Konzernbruder Maserati Levante.

Auch der Rest der Stelvio-Karosserie ist überaus gelungen – Alfa vertuscht die großen Blechflächen an den Seiten geschickt mit gekonnt eingesetzten Sicken und schwungvollen Linien. Wie groß der Alfa Romeo Stelvio wirklich ist, erkennt man an den montierten 20-Zöllern, die gar nicht wo riesig wirken.

An der Front erkennt man auch schon das fortgeschrittene Alter des Stelvio – vor allem, wenn man sich den neuen Alfa Romeo Tonale daneben vorstellt. Der kürzlich vorgestellte, nur marginal kleinere Tonale wird wahrscheinlich auch einer der größten Konkurrenten des Stelvio werden.

Innen bietet der Alfa Romeo Stelvio einen gelungenen Mix aus üppigem Platzangebot, gepflegtem Luxus und sportlichen Highlights. Diese umfassen zum einen die eng geschnittenen Sportsitze, die Alfa-typisch abgesteppt beledert sind und sich vielfach elektrisch verstellen lassen. Ebenfalls sehr sportlich ist das Lederlenkrad ausgefallen, auf dem auch der Startknopf sitzt. Dahinter befinden sich riesige Schaltpaddels, diese sind fix auf der Lenksäule montiert, also nicht wie allseits üblich direkt am Lenkrad. Zum manuellen Schalten fanden wir sie toll – im Automatikbetrieb stören sie etwas beim Blinken oder Scheibenwischer-Aktivieren.

Das restliche Cockpit wirkt mit den beiden tiefen Tuben für Drehzahlmesser und Tacho hinterm Lenkrad erfrischend Alfa-“oldschool” und lässt sich mit seiner Mischung aus relativ kleinem Touchscreen, den herkömmlichen Schaltern und der Sprachsteuerung hervorragend bedienen.

Genauso sportlich, wie sich der Innenraum des Alfa Romeo Stelvio Veloce 2.0 AWD gibt, so fährt er sich auch.

Unter der Haube wohnt ein 280 PS starker Zweiliter Vierzylinder mit Twin-Scroll Turbo-Aufladung. Dieser wuchtet ein maximales Drehmoment von 400 Newtonmeter ab 2.250 Umdrehungen auf die Kurbelwelle. Den Standardsprint auf 100 km/h schafft er damit in lockeren 5,7 Sekunden – die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 230 km/h. Normal gefahren gefällt der Alfa Romeo Stelvio mit sehr guten akustischen Manieren – erst wenn man dem Italiener die Sporen gibt, lässt er verhaltenes Fauchen hören. Zugegeben – ein bissl mehr Alfa-Sound hätte uns nicht gestört.

Damit der Spaß bei der ersten Kurve nicht vorbei ist, spendierte Alfa dem Stelvio ein äußerst talentiertes Fahrwerk. Dieses lässt sich feinjustieren – die Fahrdynamik-Regelung passt sich jedem Wunsch des Fahrers perfekt an – ganz egal, ob man sich ins Kurvengewühl des Passo Stelvio (Stilfser Joch) in Südtirol schmeißen will, oder einfach auf der Autostrada im erhöhten Tempo komfortbetont Kilometer frisst. Was aber leider auch klar sein muss ist, dass die Kombination aus starkem Benziner und schwerem SUV nicht unbedingt zu Verbrauchswundern führen kann. Unser Testschnitt lag mit 10,2 Litern auf 100 Kilometern knapp im zweistelligen Bereich.

Fazit

Es ist nicht einfach ein elegantes SUV auf die Räder zu stellen. Alfa Romeo hat dieses Kunststück mit dem Stelvio aber definitiv geschafft. Die Erweiterung “Veloce” an der Flanke des Stelvio bedeutet wie schon oben erwähnt schlicht “Schnell” – diesem wird der Stelvio ebenfalls voll gerecht. Der Wagen ist definitiv eher dem Sport zugetan und dementsprechend lustig zu fahren. Insgesamt begegnet der Alfa Romeo Stelvio Veloce 2.0 AWD in seinem Umfeld der Konkurrenz technisch, qualitativ und auch preislich auf Augenhöhe. Zu haben ab EUR 70.157 Euro

Daten Fakten Alfa Romeo Stelvio Veloce 2.0 AWD

Motor: Reihen-Vierzylinder Twin-Scroll Turbo
Hubraum: 1.995 ccm
Leistung: 280 PS
Drehmoment: 400 Nm 2.250 U/min
0-100 km/h: 5,7 Sekunden
Vmax: 230 km/h
Testverbrauch: 10,2 Liter /100 km
Preis: ab EUR 70.157,-

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